Athletenvorstellung - Karar Margrander - Deutschlands bester CrossFitter 2020

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Nov 24, 2020

Karar Margrander, 29 Jahre alt, Lehramtsstudent, Deutschlands bester CrossFitter in 2020 und begeisterter User der Concept2 Ergometer im Interview.  

Über das Boxen zum CrossFit

Concept2: Karar, Du hast in deiner Jugendzeit mit Boxen begonnen und bist nun intensiv beim CrossFit aktiv. Wie kam es zu dieser Entwicklung und was ist deiner Meinung nach härter, das Training im Boxen oder CrossFit?

Karar: Ja richtig, ich habe mit 14 Jahren mit dem Boxen angefangen und jahrelang intensiv trainiert, unter anderem auch in meinem einjährigen Aufenthalt in Zentralamerika, wo ich zum ersten und einzigen Male einen wirklichen Trainer an meine Seite hatte. Hier stand ich tatsächlich auch kurz vor meinem Profi-Debüt, bevor es wieder zurück nach Deutschland ging. Da ich hier allerdings wieder weitestgehend im Training auf mich allein gestellt war, lief das Training leider nur so vor sich hin, ohne wirkliches Ziel vor Augen. 2012 habe ich dann mein erstes CrossFit Workout absolviert, mit meinem jetzigen Chef „Coach Phil“ Philipp Steiner. Mit dem ersten Training habe ich dann direkt das Potenzial erkannt, dass ich mir hier nicht nur Challenges an mich setzen, sondern mit gleichzeitig auch mit anderen Athleten messen kann. Auf deine Frage welches Training härter ist, kann ich keinen klaren „Sieger“ auswählen. Der psychologische Aspekt im Boxsport wirkt sehr in das Training ein, wobei physiologisch das Training beim CrossFit noch anstrengender ist, da es so viele einzelne Aspekte gibt, in welchen man immer seine Bestleistung abrufen muss.

Concept2: Du bist nun seit 2012 im CrossFit aktiv. Was war bisher deine intensivste Erfahrung?

Karar: Wirklich intensiv war für mich das Workout 20.5 in den vergangenen CrossFit Open. (Anm. d. Red.: Workout bestand aus 40 muscle-ups, 80-cal. Rudern, 120 wall-ball-shots mit 20-lb. Ball auf Ziel in 3,05m Höhe, Zeitlimit 20 Min.)

Ich musste hier eine gute Platzierung erreichen, um die Meisterschaft in Deutschland gewinnen zu können. Bevor es also zum letzten und abschließenden Versuch kam, habe ich im Vorwege bereits zweimal das Workout absolviert. Im ersten Versuch war ich leider noch lange nicht soweit, dass ich damit die Meisterschaft sichern könnte und auch wenn ich den zweiten Versuch etwas besser abschließen konnte, hätte auch das noch nicht ausgereicht. Ich war anschließend wirklich in einem Loch, hatte am Tag vor dem finalen Versuch einen mentalen Crash und war wirklich verunsichert, weil ich das Ziel „Deutscher Meister“ in Gefahr sah. Ob mir dieses Down geholfen hat, kann ich bis heute nicht sagen, aber ich hatte während des Workouts einen super Fokus und konnte die Meisterschaft durch eine persönliche Bestleistung im Workout 20.5 sichern. All die harte Arbeit in den vorherigen Trainingseinheiten hat sich also ausgezahlt, das hat mir wirklich viel bedeutet.

Concept2: Vom Training und Erfahrungen aus dem CrossFit kommen wir nun zu einem etwas anderen Thema, welches uns als Concept2 auch sehr wichtig ist. Wir führen selbst aktuell ein Projekt mit der deutschen Ruderjugend – Rudern für Toleranz (https://www.rudern.de/schnellsteklasse) durch, in welchem es um die Prävention von jeglichen Arten von Gewalt geht. Du hast dich, unter anderem, in der Universität Heidelberg im Bereich der „Gewaltprävention im Schulsport“ weitergebildet. Was bedeutet dieses Thema für dich?

Karar: Exakt, ich finde diesen Bereich aufgrund von Erfahrungen aus meiner eigenen Kindheit sehr interessant und sehe hier viel Potenzial, dass man in gewissen Situationen noch besser agieren kann. Ich glaube, dass Konflikte auf dem Schulhof oder während der Schulzeit in jeder Schule passieren und mir ist es wichtig, nicht nur selbst das Wissen zu haben, wie man mit gewissen Situationen umzugehen hat, sondern auch die Schüler selbst direkt zu unterrichten. Hier bietet der Schulsport eine sehr gute Möglichkeit.

Concept2: Bei Dir hat unser BikeErg einen signifikanten Platz in der wöchentlichen Trainingsroutine. Wo siehst Du persönlich die Vorteile?

Karar: Als allererstes kommt mir hier die Lautstärke in den Sinn. Ich absolvierte vor allem in meiner Verletzungsphase viele ausdauernde Einheiten über durchschnittlich eine Stunde täglich und konnte hier während des Trainings problemlos fernsehen o.ä. Auch glücklicherweise ohne, dass ich meine Verlobte zu sehr damit gestört habe. Außerdem ist es verdammt bequem und der Lenker bietet die Möglichkeit unterschiedliche Positionen einzunehmen. Hier konnte ich also während des Trainings immer wieder variieren. Die Größe des BikeErgs ist natürlich auch ein Vorteil. Ich habe vorher einen RowErg besessen, ihn jedoch verkaufen müssen, als ich in eine andere Wohnung gezogen bin.

Concept2: Wie sehen denn aktuell deine Trainingseinheiten mit dem BikeErg aus?

Karar: Ich variiere hier sehr gern. Neben den angesprochenen längeren Ausdauereinheiten habe ich auch immer wieder Einheiten dabei, in denen ich Intervalle auf dem BikeErg nutze, um meine Herzfrequenz entsprechend hoch zu bringen. Anschließend kann ich dann unterschiedliche Skills aus dem CrossFit üben, sozusagen unter „Wettbewerbsbedingungen“. Oder ich streue mal ein recht simples Training mit ein, BikeErg-Intervalle gefolgt von Burpees.

Concept2: Mit der Schließung der CrossFit Boxen / Fitnessstudios trainierst Du nun lediglich im HomeGym. Begrenzt das deine Trainingsmöglichkeiten, oder wie gehst Du mit der Situation um?

Karar: Meine „CrossFit-Karriere“ hat im Eigentlichen in einem HomeGym gestartet, daher bin ich an die Situation, zu Hause zu trainieren, schon gewohnt. Einzig, dass man aktuell lediglich mit einem zusätzlichen Haushalt, also nur einem Trainingsbuddy trainieren kann, ist echt schade. Ansonsten ziehe ich mein Training aber natürlich weiterhin voll durch, ob nun im HomeGym oder in der Box.

Concept2: Selbstverständlich verfügen nicht viele Personen über ein HomeGym, dass trainingstechnisch keine Wünsche offen lässt. In den meisten Fällen ist Kreativität in der Trainingsgestaltung gefragt.

Wenn Du Tipps geben müsstest, welche Trainingsutensilien im HomeGym am sinnvollsten sind, welche wären das?

Karar: Ich persönlich würde mich, wenn ich mich für nur ein Ergometer entscheiden müsste, tatsächlich für das BikeErg entscheiden, aufgrund der bereits genannten Vorteile. Ansonsten bietet das eigene Körpergewicht schon viele Möglichkeiten, also beispielsweise mit Burpees, Seilspringen, etc. Wenn man dann zusätzlich eine Kettlebell, Resistance-Bänder und vielleicht noch eine Klimmzugstange oder Ringe verwendet, dann kann man auf recht kleiner Fläche schon ein sehr effektives Training gestalten.

Concept2: Wie sieht deine Planung für das kommende Jahr 2021 aus? – Natürlich unter der Voraussetzung, dass Wettkämpfe veranstaltet werden können.

Karar: Genau, da sprecht Ihr schon den wichtigsten Punkt an. Ich persönlich denke, dass im Verlaufe des Winters noch keinerlei Events stattfinden, daher möchte ich die Zeit bis in den Frühling nutzen, um meine Reha weiterhin aktiv voranzubringen. Sollte hier alles weiterhin planmäßig verlaufen, werde ich im Idealfall zwischen Mai und Oktober insgesamt 6 Wettkämpfe absolvieren, die ich dann in zwei Trainingszyklen à drei Wettkämpfe unterteilen werde.

Concept2: Karar, dann danken wir Dir herzlich für deine Zeit und die Einblicke, die Du uns in deinen Trainingsalltag und deine Person gewährt hast und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg & Gesundheit!

Karar: Euch danke ich ebenfalls für die Zeit und wünsche nur das Beste!

 

*Das Interview führte Jannis Künkel (Concept2 Deutschland) mit Karar Margrander am 20.11.2020 via Zoom.

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