Athletenportraits

 

Wir stellen Ihnen Sportler vor, die große Leistung erbracht haben oder sich durch ihr Engagement -auch jenseits des Sports- einen Namen gemacht haben. Manche von ihnen trainieren sogar auch auf dem Indoor Rower.

Interview mit Frank Busemann: Wege aus dem Doping

Wir fragten den 32-jährigen Leichtathlethen (Silber-Medaillen-Gewinner Olympische Spiele 1996 und Sportler des Jahres im gleichen Jahr), welche Wege aus dem Doping führen können.

Frank Busemann ist Anti-Doping Vertrauensmann des DOSB (Deutsch Olympischer Sportbund). Dieses Ehrenamt übernahm Busemann aus der Überzeugung heraus, dass selbst überführte Doper ihre Hintermänner schützen und darauf pochen, dass sie vollkommen alleine und ohne fremde Hilfe gehandelt hätten. Die Idee seines Amtes ist es, diesen Sportlern eine externe Anlaufstelle zu bieten, um den Absprung von Doping zu schaffen.

 

Was war Ihre persönliche Motivation, das Amt als Anti-Doping Vertraunsmann zu übernehmen?

Die Idee, die hinter dem Anti-Doping-Vertrauensmann steht, war es Netzwerke aufzubrechen. Da bei Anhörungen von überführten Dopingsündern festgestellt wurde, dass sie Hintermänner schützen, konnte man das Übel Doping nicht an der Wurzel fassen. Aus dem Grunde sollte eine externe Stelle außerhalb dieser Zirkel installiert werden, die Sportlern, welche in irgend einer Art und Weise mit Dopingfragen konfrontiert werden, eine Anlaufstelle zu bieten und sich nicht ihren verschwiegenen Netzwerken anvertrauen zu müssen. Auf diesem Wege sollte Sportlern die Möglichkeit des Dopingausstieges und der Dopingeinstieg verhindert werden.

Warum sollte Sie ein Sportler, der dopt, bzw. gedopt hat, kontaktieren?

Das fragen wir uns mittlerweile auch. Da wir uns nur in die Köpfe der Doper versetzen konnten, aber keine Informationen über wirkliche Beweggründe und Strukturen der Dopingsysteme haben, konstruierten wir zu Beginn mögliche Szenarien, die auf uns zukommen konnten. Dass es lukrativer ist, sich mit einem Rundumschlag öffentlich zu offenbaren konnte man vor einem Jahr noch nicht erahnen. Ein weiteres Problem des Dopers besteht scheinbar in der Tatsache, dass nach ein paar Pillen die Manipulation zu einer Bagatelle umfunktioniert wird und kein schlechtes Gewissen mehr existiert. Deshalb modifizieren wir ständig unsere Aufgaben und sehen das Potential nun eher in der Generation vor dem Doping.


Wie schätzen Sie den Doping-Missbrauch im Rudersport im Vergleich zu anderen Sportarten ein?

In jedem Sport in dem Kraft und/oder Ausdauer zum Tragen kommt, ist eine Manipulation möglich. Als Laie aus der Entfernung steht es mir nicht zu, Vermutungen anzustellen, inwieweit eine Sportart sauberer ist, als die andere. Letztlich können wir nur über zahlreiche ausgeklügelte Dopingkontrollen feststellen, wie sauber der jeweilige Sport ist.

Was ist aus Ihrer Sicht die wirkungsvollste Methode, um gegen Doping anzugehen? Haben Sie konkrete Vorschläge?

In der Gesellschaft muss ein Signal gesetzt werden: Doping ist nicht egal, sondern Betrug am Gegner, Zuschauer, Veranstalter, an der Sache und sich selbst. Also müssen Werte vermittelt werden, auf die der Saubere stolz ist und für die er geachtet wird. Die Doping-Generation müsste durch muss durch schärfere Gesetze und höhere Strafen abgeschreckt werden. Zweijährige Sperren reichen dahingehend nicht aus, als dass in manchen Sportarten nach ein paar fetten Jahren keine wirkliche Notwendigkeit zur Ausübung des Berufs besteht. Daran anschließen müsste sich eine Regresspflicht gegenüber Veranstaltern und Gegnern, die so schmerzhaft sind, dass sich Doping nicht lohnt. Ferner muss das Kontrollsystem so stark finanziell unterstützt werden, dass es lückenlos, flächendeckend und global sein kann. In manchen Bereichen des Sports wird soviel Geld umgesetzt, dass minimale Schmälerungen, die dann für den sauberen Sport verwendet werden, eine überaus starke Wirkung im Kontrollsystem haben.

Interview vom 8. August 2007

 

 

 

Michael Teuber - Paralympic Cycling

Nach einem Autounfall im Jahr 1987 ist Michael Teuber inkomplett querschnittgelähmt. Nach 3 Jahren im Rollstuhl hat er sich mit hartem Training zurück in ein mobiles Leben gekämpft und bestreitet seit 1994 Radrennen. Zunächst Downhillrennen und Mountainbike-Marathons mit Nichtbehinderten und später paralympische Radrennen - mit herausragendem Erfolg.

Seit 1998 hat Michael Teuber 12 WM-Medaillen, darunter 8 mal Gold sowie 16 Europameistertitel gewonnen. Er hält 4 von 5 Bahn-Weltrekorden und ist seit Jahren auf Platz 1 der Straßen- und Bahnweltranglisten. Seinen größten Erfolg feierte Teuber bei den Paralympics 2004 in Athen, wo er Gold in der Einerverfolgung und im kombinierten Straßenrennen holte.

Neben seinen sportlichen Erfolgen ist Michael Teuber auch gesellschaftlich engagiert. Er unterstützt verschiedene karitative Projekte und wurde von der Laureus World Sports Academy zum Sportbotschafter ernannt. 2005 wurde er von Bundespräsident Horst Köhler mit dem silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet und zum paralympsichen Sportler des Jahres gewählt.


"Mit dem Concept2 Indor Rower kann ich ein optimales Winter-Ausgleichstraining durchführen. Besonders wichtig ist für mich die Kräftigung der Bauch- und Rüchmuskulatur, damit es bei den ersten langen Radausfahrten im Frühjahrstraining nicht zu Problemen im Rücken kommt, aber auch die fürs Radfahren wichtigen Muskelgruppen werden beim Rudern mitbelastet. Außerdem kann die Ausdauer mit relativ wenig Zeitaufwand effektiv trainiert werden und man hat sogar Spaß dabei. Indoor Rowing ist für mich ein optimaler Ausgleichssport zum professionellen Radsport. Ich werde voraussichtlich auch im Sommer Trainingseinheiten auf dem Concept2 Indoor Rower einstreuen."

Mehr über Michael Teuber steht auf seiner persönlichen Seite:

 

 

Kathrin Boron - vier mal Gold bei Olympia

Sie ist die erfolgreichste Ruderin aller Zeiten. Wir haben Kathrin Boron gefragt, was sie während ihrer Ruderkarriere erlebt hat. Und sie verrät, dass sie noch Großes vor hat...

 

Was waren Ihre größen sportlichen Erfolge?
Vier mal Gold bei den Olympischen Spielen 1992/1996/2000/2004, 8x Weltmeisterin und 23 mal Deutsche Meisterin.

Wie sind Sie zum Rudern gekommen?
Ich bin eher durch Zufall zum Rudern gekommen. Meine eigentliche Sportart war die Leichtathletik, wo ich auch schon einige Medaillien gewonnen hatte. Dann wollte ich damals (als 13- Jährige) unbedingt auf die Kinder-und Jugendsportschule in der damaligen DDR, aber die Leichtathleten wollten mich nicht, weil man bestimmte Vorleistungen nachweisen musste und diese habe ich nicht ganz erfüllte. Für das Rudern musste man aber nur eine bestimmte Körpergrösse haben und man bekam die Möglichkeit auszuprobieren. Nach der Ablehnung durch die Leichtathleten rief ich in Potsdam bei den Ruderern an, ob sie mich noch haben wollten und im Herbst 1983 war ich dann in Potsdam und fing an zu rudern.

Was war Ihr "schrägstes" Erlebnis beim Rudern?
Der Horror eines jeden Ruderers ist es irgendwo gegen zu fahren. Mir ist das leider schon mehrfach passiert. 1992 im Höhentrainingslager in St. Moritz (Vorbereitung auf die Olympischen Spiele) war definitiv die letzte Trainingseinheit mein schrägstes Erlebnis: Wir sind im Doppelzweier draussen und mit uns diverse Fischerboote, die sich immer ganz ganz langsam fortbewegen. Meine Partnerin drehte sich wie gewohnt in bestimmten Abständen um und meinte, dass die Richtung frei sei. Auf einmal gab es einen riesigen Knall und wir steckten in einem Fischerboot fest. Das war aber noch nicht genug. Der Fischer kam auf die Idee einen ziemlich grossen Stein zu nehmen und immer auf unseren Bugball zu hauen, um sich wieder von uns zu lösen, was für ihn aber bedeutet hätte, dass sein Boote vollgelaufen wäre, was er dann zum Glück auch kapierte. Das Boot konnte aber wieder repariert werden und war pünktlich zu den Rennen wieder einsatzbereit.

Welche Charaktereigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen?
Offenheit, ganz wichtig. Durchsetzungvermögen. Pünktlichkeit, heutzutage nicht mehr sooft verbreitet.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
In der nächsten Woche beginne ich wieder mit dem regelmäßigen Training, das heißt, dass ich mich auf mein Ziel, meine 5. Olympischen Spiele 2008 in Peking, vorbereite.

Interview vom 29. August 2006

 

 

 


Stephan Vuckovic - Ein Triathlet mit einer 35 Stunden Woche

Ein Portrait über den Silbermedaillen Gewinner bei den Olympischen Spielen von 2000

35 Stunden Arbeit pro Woche sind für so manchen Arbeitnehmer nichts Außergewöhnliches. Auch nicht für Stephan Vuckovic, als er für die Olympischen Spiele in Sydney 2000 trainierte.

Vuckovic ist ein Extremsportler, der mit enormen Ehrgeiz und Enthusiasmus seine Ziele verfolgt. Anfang der 90er ließ er alles, was nicht mit Triathlon zu tun hatte, liegen. "Es ist schon mal vorgekommen, dass mich mein Schwimmtrainer aus dem Becken fischen musste", erinnert sich Vuckovic.

Positiv zu denken, nicht auf das Negative achten, ist einer seiner Leitgedanken. Manche erinnern sich vielleicht noch an die Fernsehbilder, als Vuckovic im Finale des Olympischen Triathlons 100 Meter vor dem Ziel überholt wurde. "Ich hatte die Silbermedaille gewonnen - und nicht die Goldmedaille verloren." Stärker lässt sich Optimismus kaum definieren.

Neben seinem zeitintensiven Ausdauertraining rudert Vuckovic regelmäßig auf dem Concept2 Indoor Rower: "Rudern stabilisiert die Muskulatur für mein Schwimm- Lauf und Radtraining. Vor allem aber stärkt Rudern meine Rückenmuskulatur. Dadurch verringere ich mein Verletzungsrisiko erheblich."

Ob ein Ruderer auch ein guter Triathlet sein könne, wollten wir von ihm wissen: "Ruderer sind gute Radfahrer, für´s Laufen sind sie meistens zu schwer und wenn´s um Schwimmen geht... Naja. Ruderer wissen schon ganz genau, warum sie AUF dem Wasser trainieren."

 


 

Maren Derlin

Mit Rudern habe ich 1988 in der Rudergesellschaft Hansa im Alter von 12 Jahren angefangen. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich damals schon auf dem Concept2 Ruderergometer saß. Deutlich mehr Kilometer habe ich seitdem natürlich auf dem Wasser verbracht. Jahr für Jahr von der Kinderzeit bis heute war ich in allen Bootsklassen unterwegs, auf allen Kontinenten bis auf Afrika.

Das kann ich auch zum Rudern auf dem C2 sagen. Neben zahlreichen Trainingseinheiten, Wettkämpfen und Trainingstests in Deutschland, der Schweiz, Italien usw. ruderte ich auf den Concep2 Indoor World Rowing Championchips in Boston, auch im Trainingslager in Mexiko. Bei den Olympischen Spielen in Peking saß ich mit meiner Zweier-ohne-Partnerin Lenka Wech einmal zum Ausrudern auf dem C2. In Australien nutze ich vor einigen Jahren beim Krafttraining das Gerät. Es gibt wohl kaum einen Platz auf der Erde, an dem gerudert aber kein C2 steht…

Seit kurzem habe ich eines bei mir zuhause stehen, um mich fitzuhalten. Besser läuft es mit dem Training natürlich auf dem Ruderergometer im Verein mit anderen zusammen. Im Gleichschlag fällt es einem sogar leichter, wenn’s auch nur gefühlt so ist.